Mit egonline lassen sich einfach und unkompliziert ZEV mit Leistungstarife abrechnen. In diesem Dokument werden die drei Varianten vorgestellt und die Vor- und Nachteile aufgezeigt, damit für Sie abwägen können welche der vorgestellten Varianten am besten zu Ihren Bedürfnissen passen.
Voraussetzungen
Um die Abrechnungen vornehmen zu können, benötigen Sie einen Zugang als Verwaltung auf den ZEV im egonline-Portal. Variante 1 ist standardmässig im egonline-Portal hinterlegt. Wenn Sie Variante 2 (kostenlos) oder Variante 3 (kostenpflichtig) wählen möchten, schreiben Sie bitte ein Support-Ticket im egonline-Portal. Dann werden wir für Sie die gewünschte Variante freischalten.
Variante 1 Leistungskosten integriert im Netztarif
Die Leistungskosten werden bei dieser Variante als Aufschlag auf den Hoch- und Niedertarif integriert. Beim Erfassen der EW-Rechnung (EW = Elektrizitätswerk) werden die Leistungskosten in einer freien Zeile, die mit «ET» gekennzeichnet ist, eingetragen. Die Kosten werden dann als Aufschlag auf den Hoch- und Niedertarif eingerechnet (z.B 7,9Ep / kWh zusätzlich). Diese Berechnung macht egonline automatisch.
Vorteile:
- Der Strom ist für Wohnungsmieter meistens günstiger als bei der Variante 2, da der Leistungstarif vor allem auf die Wärmepumpe umgelegt wird.
- Der Leistungstarif kann einfach erfasst und aufgeteilt werden
Nachteile:
- Auf der Stromkostenabrechnung werden keine Informationen zur Leistung angezeigt. Es sieht aus wie eine gewöhnliche Stromrechnung ohne Leistungstarif
- Wenn es innerhalb des ZEV Gewerbe mit wenig Stromverbrauch aber hohen Leistungsspitzen gibt, ist die Abrechnung unfair. Denn es zahlt derjenige Bezüger am meisten, der am meisten Strom verbraucht
- Die Leistungsspitzen werden für die Abrechnung ignoriert.
So sieht die fertige Stromrechnung in egonline mit Variante 1 für einen ZEV-Teilnehmer aus: Ansicht Stromabrechnung mit Variante 1 für Leistungstarif
Beispiel für die Eingabe in «EW-Rechnung»

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Variante 2 Verrechnung mit Hoch-/ Nieder- und Leistungstarif
Bei dieser Variante können die Rechnungen des Elektrizitätswerkes 1:1 übernommen werden und der Leistungstarif wird auch im egonline- Webportal in «EW-Rechnungen» und «Abrechnung» als separater Eingabefeld aufgeführt.
Die Leistungskosten werden folgendermassen auf die ZEV-Teilnehmer verteilt:
egonline sucht für jeden ZEV-Teilnehmer pro Monat seinen maximalen viertelstündlichen Strombezug vom Netz. In der Grafik im egonline-Portal entspricht das dem höchsten dunkelblauen Balken des ZEV-Teilnehmers in diesem Monat. Wenn die Abrechnung über mehrere Monate gleichzeitig gemacht wird, dann werden die monatlichen Spitzen jedes Teilnehmers über den Abrechnungszeitraum zusammengezählt. Die vom Elektrizitätswerk verrechneten Leistungskosten werden dann proportional zu diesem Leistungswert auf die ZEV-Teilnehmer verteilt.
Beispiel-Berechnung anzeigen
Ein ZEV mit zwei Teilnehmenden A und B hat für Q3 vom Elektrizitätswerk CHF 600.- an Leistungskosten verrechnet erhalten.
Teilnehmer A hatte im Juli einen maximalen Netzstrombezug von 15 kW, im August 20 kW und im September 15 kW. Total also 50 kW.
Teilnehmer B hatte im Juli einen maximalen Netzstrombezug von 10 kW, im August 12 kW und im September 8 kW. Total also 30 kW.
Insgesamt betragen die gemessenen Leistungsspitzen im ZEV also 50 kW + 30 kW = 80 kW. Davon hat Teilnehmer A einen Anteil von 62.5% (50:80) und Teilnehmer B von 37.5% (30:80). egonline verrechnet deshalb folgende Leistungskosten:
Teilnehmer A: 62.5% von CHF 600.- = CHF 375.-
Teilnehmer B: 37.5% von CHF 600.- = CHF 225.-
Vorteile:
- Sehr transparent
- Bei allen Mietern wird der Leistungstarif separat ausgewiesen und abgerechnet
- Es wird aufgezeigt wieviel gespart wurde aufgrund des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch
Nachteile:
- Kann für Wohnungsmieter unfair sein, weil der Leistungstarif oft teurer ist als der „normale“ Tarif beim EW (Elektrizitätswerk).
So sieht die fertige Stromrechnung in egonline mit Variante 2 für einen ZEV-Teilnehmer aus: Ansicht Stromabrechnung mit Variante 2 für Leistungstarif
Ausschnitt Eingabefeld Leistung bei EW-Rechnung

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Ausschnitt aus Eingabefeld Leistung im Stromkostenformular:

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Muster der Leistungsabrechnung auf der Stromkostenabrechnung

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Wieso zahlen ZEV-Teilnehmer tiefere Leistungskosten als ohne ZEV?
Wenn Nutzer bereits ohne ZEV Leistungstarif bezahlen müssen, werden sie mit dem Zusammenschluss zum ZEV immer Leistungskosten einsparen. Deshalb kann der ZEV besonders für Gewerbe auch spannend sein, um Leistungskosten zu sparen. Die Grafik zeigt, wieso Leistungskosten gespart werden: Ohne ZEV kann das Elektrizitätswerk die Spitze jedes einzelnen Teilnehmers messen und separat verrechnen. Mit ZEV kann das Elektrizitätswerk nur noch die Spitze des Bilanzzählers messen und verrechnen. Die Spitze des Bilanzzählers ist tiefer als die einzelnen Spitzen zusammengezählt, weil die ZEV-Teilnehmer nie alle gleichzeitig ihre Spitze haben.

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Variante 3 Tarifgruppen
Bei dieser Variante werden separate Abrechnungsblätter für Wohnungen und Gewerbe definiert z.B Leistungstarif für Gewerbe und ohne Leistungstarif für Haushalte. Die Funktion Tarifgruppen in egonline ist kostenpflichtig. Es können beliebig viele unterschiedliche Tarifgruppen eingerichtet werden. Z.B. eine Tarifgruppe für Ladestationen, eine für Wohnungen, eine für Stockwerkeigentümer, eine für Mieter etc.
Bei dieser Variante werden die Tarife direkt in die Stromkostenformulare eingetragen (Tarife gemäss Homepage vom Elektrizitätswerk). Im Gegensatz zu Varianten 1 und 2 berechnet egonline keine Leistungskosten. egonline stellt auch nicht sicher, dass der insgesamt verrechnete Betrag an Leistungskosten, Hoch- und Niedertarif übereinstimmt mit den Kosten welche das Elektrizitätswerk verrechnet hat.
Vorteile:
- Klare und transparente Aufteilung zwischen Gewerbe und Haushalt
- Haushalte müssen den Leistungstarif nicht mitbezahlen, der durch das Gewerbe verursacht wurde
Nachteile:
- Die Netzkosten welche insgesamt an die Teilnehmer verrechnet werden, werden nicht mit der Rechnung von EW übereinstimmen.
- Das Erstellen der Abrechnungen ist mit mehr Aufwand verbunden. Z.B. müssen für jede Tarifgruppe die Tarife jährlich neu definiert und in der egonline-Stromkostenabrechnung hinterlegt werden.
- Die Überprüfung, ob die kWh aus der EW-Rechnung mit den von egonline gemessenen kWh übereinstimmen, muss von Hand in der Gesamtabrechnung gemacht werden.
Je nachdem, zu welcher Tarifgruppe ein Nutzer gehört, beinhaltet seine Stromrechnung in egonline andere Tarifzeilen. Für Nutzer ohne Leistungstarif in der Tarifgruppe sieht die Stromabrechnung so aus: Ansicht Stromabrechnung ohne Leistungstarif Für Nutzer mit Leistungstarif in der Tarifgruppe sieht die Stromabrechnung so aus: Ansicht Stromabrechnung mit Leistungstarif
Ausschnitt Tarifgruppen Einstellung

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Ausschnitt separater Stromkostenformulare (Haushalt/Gewerbe) bei Abrechnungen

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