Dieser Artikel zeigt, wie (v)ZEV oder LEG mit egonline umgesetzt werden können, bei denen der Solarstrom zuerst innerhalb eines Gebäudes bezogen wird und nur der Überschuss an andere (v)ZEV oder LEG-Teilnehmer weitergegeben wird.
Voraussetzungen
Dieser Artikel richtet sich an Servicepartner von Egon und Verwaltungen, die ein solches Konstrukt offerieren, einrichten oder abrechnen möchten. Für Egon-Mitarbeitende gibt es hier einen separaten Artikel, der sie detailliert über die Prozesse im egonline-Portal informiert.
Varianten zur Priorisierung von Solarstrom
Es gibt zwei Varianten, wie Solarstrom priorisiert werden kann:
- Ein einzelner Nutzer (z.B. Eigentümer der PV-Anlage) will seinen Solarstrom selber nutzen und nur den Überschuss weiterverkaufen
- Mehrere Nutzer (z.B. Parteien in einem MFH) wollen den Solarstrom prioritär nutzen und nur den Überschuss weiterverkaufen (z.B. an ein anderes Haus)
Variante 1 kann in egonline sehr günstig und einfach umgesetzt werden. Der einzelne Nutzer erhält seinen eigenen Solarstrom in diesem Fall gratis.
Variante 2 ist in egonline nur mit Zusatzaufwand umsetzbar, weil der Überschuss-Solarstrom und die Solarstrom-Nutzung innerhalb des Hauses separat abgerechnet werden müssen.
Priorisierung von Solarstrom für einzelnen Nutzer (Eigentümer)
Wenn ein einzelner Eigentümer seinen Solarstrom zuerst selber nutzen möchte, sollte die Solaranlage hinter dem Stromzähler des Eigentümers installiert werden. Dieser Stromzähler des Eigentümers ist somit ein Bilanzzähler für diese PV-Anlage. egonline benötigt keinen Stromzähler der Solaranlage, sondern nur den Bilanzzähler des Eigentümers. Dieser Bilanzzähler des Eigentümers misst einerseits den Strombezug des Eigentümers von aussen und andererseits den Solarstrom-Überschuss des Eigentümers. Falls es nicht möglich ist, die Solaranlage hinter den Stromzähler des Eigentümers zu verdrahten, werden separate Stromzähler für die Solaranlage und für den Strombezug des Eigentümers benötigt. egonline wird dann virtuell einen Bilanzzähler für den Eigentümer berechnen.
Im egonline-Portal werden für die Abrechnung der Bilanzzähler des Eigentümers hinterlegt sowie die Stromzähler der anderen Teilnehmer. Als PV-Strom im (v)ZEV/LEG steht nur der Überschuss-Solarstrom zur Verfügung. Dieser Überschuss-Solarstrom wird an die anderen Teilnehmer verkauft. Der Eigentümer erhält vom egonline-Portal auch eine Stromrechnung. Auf dieser Stromrechnung ist sein Strombezug vom Netz aufgeführt. Falls es im (v)ZEV weitere Solaranlagen hat, ist auf der Stromrechnung des Eigentümers unter “Solarstrom” aufgeführt, wieviel Solarstrom der Eigentümer von den anderen Solaranlagen im (v)ZEV bezogen hat. Der Solarstrom, welchen der Eigentümer selber von seiner eigenen Solaranlage bezogen hat ist auf der Rechnung nicht aufgeführt. Die Menge selbst bezogener Solarstrom kann meistens auf der App des Wechselrichters nachgeschaut werden. Der selbstbezogene Solarstrom ist für den Eigentümer kostenlos.
Priorisierung von Solarstrom für mehrere Nutzer
Wenn mehrere Nutzer (z.B. Parteien in einem MFH) den Solarstrom prioritär nutzen und nur den Überschuss weiterverkaufen wollen (z.B. an ein anderes Haus), gilt:
- egonline benötigt für das Haus mit prioritärem Solarstrom einen Bilanzzähler. Falls dieser nicht vorhanden ist, wird er von egonline virtuell berechnet.
- egonline macht einen separaten Abrechnungslauf für den Solarstrom innerhalb des Hauses (priorisierter Solarstrom) und für den Solarstrom ausserhalb des Hauses (Solarstrom-Überschuss, welcher an die anderen Teilnehmer weiterverkauft wird). Es können deshalb unterschiedliche Solartarife für den Solarstrom innerhalb des Hauses und für den Solarstromverkauf ausserhalb des Hauses definiert werden. Weil ein zusätzlicher Abrechnungslauf nötig ist, sind die Kosten für das Erstellen der Stromabrechnungen im egonline-Portal höher als bei einem (v)ZEV ohne Priorisierung. Und weil das Erstellen der Abrechnungsläufe komplexer ist als bei einem normalen (v)ZEV, kann die Verwaltung die Abrechnung im egonline-Portal nicht selber erstellen sondern benötigt die Abrechnungsdienstleistung von Egon AG.
Spezialfall mit mehreren priorisierten PV-Anlagen
Wenn es in einem (v)ZEV mehrere Häuser mit PV-Anlagen hat und jedes Haus zuerst seinen eigenen Solarstrom nutzen und nur den Überschuss weiterverkaufen will, ist das in egonline möglich. Für jedes Haus mit PV-Anlage wird entweder Variante 1 (Priorisierung von Solarstrom für einzelnen Nutzer) oder Variante 2 (Priorisierung von Solarstrom für mehrere Nutzer) eingerichtet.
Es gibt eine Einschränkung: Wenn ein Haus mit priorisiertem Solarstrom zusätzlich auch noch Solarstrom von anderen PV-Anlagen im (v)ZEV bezieht. In diesem Fall sieht der einzelne Teilnehmer dieses Hauses auf seiner Stromabrechnung in der Zeile “Solarstrom Eigenverbrauch” nur seinen Solarstrom aus seiner eigenen PV-Anlage. Der Solarstrom, welchen er von anderen Solaranlagen im (v)ZEV bezogen hat, wird auf seiner Stromabrechnung in der Zeile “Netzstrombezug” aufgeführt und dort vermischt mit den Kosten seines Strombezugs aus dem Netz. Es ist in einem solchen Fall für den einzelnen Teilnehmer also nicht ersichtlich, wieviel Solarstrom er zusätzlich von externen Solaranlagen bezogen hat. egonline erstellt aber eine Gesamtabrechnung für das Haus, in welcher ersichtlich ist, wieviel Solarstrom das Haus als Ganzes von externen Solaranlagen bezogen hat (in kWh und in CHF). Dank dem Solarstrombezug von externen Anlagen wird der Tarif in der Zeile “Netzstrombezug” etwas günstiger, als wenn nur Strom vom Netz bezogen wird.